Aus aktuellem Anlass 2025/26

Aus aktuellem Anlass stellt sich das MINISTERIUM GEGEN EINSAMKEIT der gesellschaftlichen Kälte entgegen, sucht nach Gemeinschaft, Lebendigkeit und Zusammenhalt ohne Einigkeit. Wie lässt sich das Gemeinsam-mit-Anderen-Sein gestalten – und können wir es uns auch ganz anders vorstellen? Warum vereinzeln und vereinsamen wir? Ist Einsamkeit radikal politisch und wann wird sie gefährlich? Wir brechen das gesellschaftliche Tabu der Einsamkeit, denken Gemeinschaft neu, blicken auf Inseln und Momente der Vergemeinschaftung in Geschichte und Gegenwart. Und auf das Ringen um Zugehörigkeit im Jetzt. Immer aus aktuellem Anlass.

Aktuelle Anlässe

Ist Eskapismus eine Gefahr für unsere Demokratie?

Kurz nach dem Spielzeitstart eröffneten wir die Reihe AUS AKTUELLEM ANLASS mit einem Gespräch über den Einfluss von Einsamkeit auf das Wahlverhalten und den psychologischen Umgang mit politischen Fragen in unserer krisenhaften Welt mit der Sozialpsychologin Prof. Dr. Beate Küpper. Warum ist es auch eine Sache der Übung, ein Mensch unter Menschen zu sein? Und wie können wir in Zeiten der Vereinzelung um unsere Demokratie kämpfen?

Prof. Dr. Beate Küpper forscht an der Hochschule Niederrhein über die gesellschaftliche Psychologie unserer Zeit.

Di, 09.09.2025, im Rahmen der Demokratiewoche

Gemeinsam trauern: Über unseren Umgang mit dem Tod, neue und alte Rituale und Gemeinschaft im Abschied

Fr, 10.10.2025, Container-Bar

Was wäre, wenn Freundschaft im Zentrum stünde? – Über Freundschaft und Wahlfamilien als gesellschaftliche Ressource

Mit Dr. Andrea Newerla 
Di, 16/12/2025, 19:30 Uhr, Container-Bar

Wie würde eine Gesellschaft aussehen, deren engstes Netz nicht vorrangig aus Kernfamilien und romantischen Verbindungen gestrickt wäre, sondern in der Freundschaft zum wichtigsten Lebensprinzip erhoben wäre? Mit der Autorin und Soziologin Andrea Newerla (Wie Familie nur besser) sprechen wir über die Frage, ob sich Verbindlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit auch außerhalb traditioneller Strukturen finden lassen. Wie können wir Gemeinschaft und gemeinsames Leben gestalten – und können wir es uns auch ganz anders vorstellen?

 

Gemeinsam Zocken – Part 1: Über Online-Gemeinschaften und alternative Universen als Ort der virtuellen Zusammenkunft – Gespräch & anschließendes Let’s Play

Wir nutzen die dunkle Jahreszeit, um in der Container-Bar ein wenig zusammenzurücken und im Rahmen unserer Reihe Aus aktuellem Anlass die Ausgabe Gemeinsam Zocken ganz wörtlich nehmen: Zusammen mit Ensemblemitgliedern verwandeln wir die Bar in ein gemeinsames Wohnzimmer. Zum Auftakt beginnen wir mit einem Let’s Play, in dem wir die verschiedenen Lieblingsgames der Schauspieler:innen testen und darüber ins Gespräch kommen, welches verbindende Potenzial in Videospielen steckt.

Do 8/1/2026, 19:30 Uhr, Container-Bar

Gemeinsam Zocken – Part 2: mit Ilja Mirsky, Digitaldramaturg am Residenztheater

Nach dem ersten Teil folgt eine diskursive Betrachtung von Videospielen als soziale Praxis. Games schaffen internationale Gemeinschaften, eröffnen Subkulturen und wirken Einsamkeit entgegen. Zu Gast ist Ilja Mirsky, Digitaldramaturg am Residenztheater München, der zu digitalen Erzählformen, Gaming und Theater forscht und arbeitet.

Do 26/2/2026, 19:30 Uhr, Container-Bar
Ilja Mirsky | Foto: Elia Schmid, Universität Tübingen

Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft: Gespräch und Lesung von und mit Stephan Anpalagan

In seinem neuesten Buch schreibt Stephan Anpalagan über den vielseitigen Begriff der Heimat. Es ist eine Geschichte über den Liebeskummer, den Menschen verspüren, die seit Jahren, Jahrzehnten und Generationen in unserem Land leben und dennoch keine Heimat finden. Es ist ein Buch über das „Wir“ in „Wir sind das Volk“ und das „Du“ in „Du bist Deutschland“. Eine Erzählung über die italienischen Gastarbeiter:innen, den deutschen Fußball, die deutsche Leitkultur und die deutsche Bahn. Es ist ein Ausblick darauf, wie der Rassismus in unserem Land den Fachkräftemangel verschärft und was wir dagegen tun können. Vor allem aber, wie wir dieses Land zu einer besseren Heimat machen. Für uns alle.

Fr 6/3/2026, 19:30 Uhr, Container-Bar

Stephan Anpalagan | Foto: Benjamin Jenak

Einzeltäter Everywhere: Radikalisierungsmechanismen – Einsame Wölfe mit Waffen und ihre Netzwerke

Immer wieder werden rechtsextreme Anschläge, sei es in Halle oder Hanau, aber auch im Kontext des NSU, als Taten von Einzeltätern bezeichnet. Doch handeln sie wirklich vereinzelt? Die Regisseurin, Autorin und Journalistin Christiane Mudra von investigative theatre durchleuchtet die Strukturen rechter Netzwerke – von der deutschen Provinz über europäische Metropolen bis ins Silicon Valley.

Di 28/4/2026, 19:30 Uhr, Container-Bar, Eintritt frei

Drag als Form des Widerstands: mit Torben Freudenberg aka Loreley Rivers

Im Zeichen zunehmender Homophobie, Queer- und Transfeindlichkeit sprechen wir gemeinsam mit Dramaturg und Drag Artist Torben Freudenberg alias Loreley Rivers über Formen des theatralen Widerstands. In einer Zeit des zunehmenden Drucks fragen wir, wie auf lokaler Ebene die Bühne zum Raum der Selbstermächtigung für eine marginalisierte Community wird.

Mi 6/5/2026, 19:30 Uhr, Container-Bar, Eintritt frei

Loreley Rivers | Foto: Daniel Ludwig @dieludi_

Gemeinsam essen: Wie schafft Essen Identität, Gemeinschaft & Zugehörigkeit?
Gespräch bei einem gemeinsamen Essen

Essen verbinden wir mit Emotionen und Erinnerungen an unsere Kindheit, an bestimmte Menschen, an Orte. Die Kulturwissenschaftlerin Meryem Choukri erforscht, wie Essen Identität stiftet und manchmal sogar widerständig ist.

Mi 10/6/2026, 19:30 Uhr, Container-Bar, Eintritt frei