Menschliches Repertoire

Menschliches Repertoire – 22.02.2026, 18:00 UhrEin Schauspiel über das Menschsein von Noah Haidle

Auftragswerk des Theaters Oberhausen
Deutsch von Barbara Christ
mit Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn in der Container-Bar
Premiere 19.09.25
Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten
 
Raumbühne Großes Haus
Uraufführung
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Veranstaltungen

So. 22.02.26 18:00 Uhr - Menschliches Repertoire
Mi. 18.03.26 19:30 Uhr - Menschliches Repertoire
Weitere Vorstellungstermine werden jeweils am 1. eines Monats für den übernächsten Monat veröffentlicht.

Im Backstagebereich des Welttheaters ist viel zu tun: Hollis empfängt alle frisch verstorbenen Neuankömmlinge und versorgt sie mit Kaffee und Gurkensandwiches. Bellamy versucht, als technischer Direktor den Betrieb mit viel Spachtelmasse aufrecht zu erhalten, allerdings befindet sich nicht nur das Leben auf der Erde in einer apokalyptischen Verfassung, auch im Backstagebereich des Menschheitstheaters sprühen die Funken und bröckeln die Kulissen.
Einige der Neuankömmlinge wollen sich jedoch nicht einfach abwimmeln lassen. Samantha, eine Geschichtslehrerin, will die Regisseurin sprechen, Roxanne wartet ungeduldig darauf, dass ihre große Liebe seinen Teil des Doppelsuizids erfüllt und Lloyd will seine Rolle als Vater nicht loslassen und verfolgt die Entwicklung seines Sohnes aus dem Off des Totenreichs. Die Lage für die lebendige Menschheit scheint immer aussichtsloser und die Regie entschlossen, die Show für immer zu beenden. Nicht einmal Hollis und Bellamy wissen, was dann passieren würde. Die Schicksalsgemeinschaft rekapituliert schließlich 400.000 Jahre Menschheitsgeschichte in einer finalen Party, öffnet einen letzten 1794er Château Lafitte und erinnert sich an die größten menschlichen Erfolge und ihre schlimmsten Gräueltaten.

Laut William Shakespeare ist die ganze Welt eine Bühne, Noah Haidle schließt sich in seinem neuesten Werk dieser These an und blickt aus dem Backstagebereich mit schwarzem Humor auf die Turbulenzen unserer Zeit. Er erschafft einen grotesken Limbus für seine Figuren, zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Enttäuschung. Er beschreibt eine Menschheit, die gleichzeitig wie ein göttliches Wunder und eine todbringende Plage erscheint. Intendantin Kathrin Mädler inszeniert nach Kissyface erneut eine Uraufführung aus der Feder des US-amerikanischen Schriftstellers und befragt aus dem Backstagebereich das Theater der Menschheit.

  • Inhaltshinweis für die Produktion

Team

Regie
Bühne und Kostüme
Musik
Dramaturgie

Statisterie Sabet Regnery
Kinderstatisterie Juri Greiffenhagen, Lotte Greiffenhagen

Bilder

Trailer

Pressestimmen

„Dem Theater Oberhausen, seiner Intendantin Kathrin Mädler und dem Autor Noah Haidle gelingt mit der Uraufführung „Menschliches Repertoire“ ein Stück über den „Menschen an sich“. Noah Haidle schafft es, aus Monologen, kleinen Szenen, witzigen Duellsituationen – zum Beispiel zwischen Hollis und Lloyd, die sich über gute und schlechte Menschen und Situationen streiten – und sehr genauen Dialogen eine Empathie-Spirale zu entwerfen. Und Regisseurin Kathrin Mädler folgt ihm mit einer sehr klaren Inszenierung ohne jede „Mätzchen“. Das Publikum lernt die handelnden Personen einfach immer besser kennen. Und die Schauspieler:innen sind fantastisch. Franziska Roth als Hollis zeigt einen Menschen, der auftaut, freier wird. 400.000 Tausend Jahre hat sie damit zu tun gehabt hat, das Leid der andern nicht zu spüren, um eben ihre Arbeit zu machen. Erst jetzt teilt sie sich mit. Der brillante Torsten Bauer als Bellamy – überfordert von seiner Arbeit, süchtig nach Alkohol, froh über jeden Kontakt, vielleicht verliebt in Hollis. Susanne Burkhard als Samantha: wirr, anhänglich, liebenswert, Khalil Fahed Aassy als schüchterner Gutmensch Lloyd, Nadja Bruder als sehr junge, sehr wütende, sehr leidenschaftliche Roxanne und David Lau als Dalton, der erst zum Schluss seine Liebe findet.Diese Menschen, diese Typen, ihre Sehnsüchte und ihre Defizite stammen aus dem Leben. Wir sind im Theater, aber diese Menschen kann ich überall treffen. Das ist die empathische Dialog-Kunst von Noah Haidle. Dieser Abend ist eine Feier des Menschen. Es leugnet nicht das Leid und die Schlechtigkeit, aber er feiert trotzdem. Weil wir sind, wie wir sind. Vielleicht keine Utopie – aber kurz davor.“
Detlev Baur, Die Deutsche Bühne

„Mit viel Wortwitz und präzise gezeichneten Charakteren diskutiert Noah Haidle grundlegende Fragen. Bringt es überhaupt noch etwas, sich für diese kaputte Welt zu engagieren? Oder ist es überfällig, dass die abwesende Direktorin irgendwann verfügt, dass die Menschheitsshow nur noch nervt und abgesetzt wird? Kathrin Mädler trifft mit ihrem wieder einmal wunderbaren Oberhausener Ensemble genau den Ton des Stücks. Und am Ende wird es fast schon kitschig. Es ist die menschliche Fähigkeit zur Liebe, die alles rettet. Klar, so etwas schreibt [Noah Haidle] für seinen vierjährigen Sohn. Aber ehrlich gesagt auch für mich. Es ist schon großartig, dass sich ein Autor traut, die Kriege und Katastrophen zu benennen und dennoch ein Happy End zu schaffen. Mit ganz vielen Fragezeichen. Und ebenso viel Hoffnung.“
Stefan Keim, Theater der Zeit

„Haidles Text geht weit über das Niveau eines well-made plays hinaus. Er hat Witz und Humor, aber auch philosophische Tiefe. Und er steckt voll tiefempfundener Menschenliebe.“
Dietmar Zimmermann, theatermail.nrw