Die Wahrheit über Leni Riefenstahl (Inszeniert von ihr selbst)

Die Wahrheit über Leni Riefenstahl(Inszeniert von ihr selbst)

von John von Düffel
Premiere 13.01.23
 
Schauspiel
Großes Haus
Uraufführung
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Veranstaltungen

Fr. 13.01.23 19:30 Uhr
Sa. 14.01.23 19:30 Uhr
Mi. 18.01.23 19:30 Uhr
Fr. 20.01.23 19:30 Uhr
So. 22.01.23 18:00 Uhr
Fr. 03.02.23 19:30 Uhr
Sa. 04.02.23 19:30 Uhr

Leni Riefenstahl – begnadete, aber naive Filmemacherin oder berechnende, opportunistische Politikerin? Fakt ist, sie war eine Künstlerin. Sie begann ihre Karriere als Tänzerin, etablierte sich aber nach einer Knieverletzung in der Weimarer Republik als Schauspielerin im Bergfilmgenre. 1932 folgte ihr Regiedebüt mit Das blaue Licht – bei dem sie als Hauptdarstellerin, Regisseurin, Koproduzentin und Drehbuchautorin fungierte. Ihre folgenden Filme erhielten zahlreiche Auszeichnungen und wurden als ästhetische Meisterwerke gefeiert. Fakt ist auch: Sie war sowohl Hitler als auch Goebbels nahe. Nach ihrem Aufsehen erregenden Regiedebüt wurde Riefenstahl von beiden umworben und ging bereitwillig auf die Angebote ein. Sie drehte für das NS-Regime propagandistische Filme und hielt mit dem „Sonderfilmtrupp Riefenstahl“ Hitlers Überfall auf Polen auf Film fest. 1940 bediente sie sich für ihren Spielfilm Tiefland aus dem KZ Salzburg- Maxglan an 132 inhaftierten Sinti als „südländisch aussehenden“ Statisten – unbezahlte Arbeitskräfte, über die sie frei verfügen konnte. Über die Hälfte dieser Menschen wurde später in Auschwitz ermordet.

Nina Gladitz machte bereits 1982 einen kritischen Dokumentarfilm über Leni Riefenstahl, der aber nie das Licht der Welt erblicken konnte, sondern im Giftschrank des WDR verschwand. 2020 hat sie kurz vor ihrem Tod eine Biographie vorgelegt, die eine Neubewertung der „Mitläuferin“ Riefenstahl erzwingt.

Mit Gladitz‘ Leni Riefenstahl: Karriere einer Täterin als Grundlage zeigt der preisgekrönte Dramatiker John von Düffel Riefenstahl als Konstrukteurin von Welt-, Helden- und Körperbildern, aber auch als geschickte Konstrukteurin des Bildes ihrer selbst. Wer ist oder war Leni Riefenstahl wirklich? Was war ihre Rolle als Frau in einer Macht- und Männerdomäne? Was als heiteres Erklimmen der Karriereleiter im nationalsozialistischen Regime beginnt, wird zur zunehmend finsteren Darlegung ihrer Täterschaft

Extra

Zu Die Wahrheit über Leni Riefenstahl und dem Themenschwerpunkt FRAUEN & MACHT wird es eine Matinee und ein Begleitprogramm in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen geben.

Lesung mit John von Düffel in Kooperation mit dem Literaturhaus Oberhausen.

Team

Regie
Kathrin Mädler
Bühne und Kostüme
Mareike Delaquis Porschka
Dramaturgie
Saskia Zinsser-Krys